Christian Steulet
Christian Steulet, neuer Leiter des SwissJazzOrama ab 1. Mai 2011, stellt sich vor:
"1961 in Delemont geboren, habe ich meine Jugend in Bern verbracht, wo ich die Jazz Messengers von Art Blakey, Stan Getz, aber auch Frank Zappa und Neil Young live erlebt habe. Diese gleichzeitige Entdeckung von Jazz, Blues und Rock haben mich musikalisch geprägt. Ich habe dann an den Universitäten von Bern und Fribourg Geschichte und Literatur studiert und damit begonnen, Konzerte zu veranstalten und dabei die musikalischen Strömungen kennenngelernt, die von Jazz, Rock und improvisierter Musik ausgehen. Parallel dazu leitete ich ein sozialkulturelles Forrschungsprojekt über die Pioniere des Jazz in der Schweiz. Diese Arbeit führte zu Begegnungen mit alten Musikern und Sammlern, die sich für die Erhaltung des Erbes der städtischen Volksmusik in der Schweiz engagieren. Ein paar Jahre lang wirkte ich auch als Autodidakt an der Bassgitarre in Rock- und Bluessformationen mit. Am Ende meines Studiums arbeitete ich als Redaktor, Übersetzer und Journalist und wohne nun seit 12 Jahren in Genf, wo ich als Promoter und Koordinator des Konzertprogramms des AMR tätig war (Verein zur Förderung der improvisierten Musik). Hier war ich auch Projektleiter beim Aufbau des Vereinsarchivs, das wir mit Institutionen von Bund und Kanton als Partnern realisiert haben. Mit einem Abschluss in Organisationsentwicklung an der Fachhochschule Solothurn-Nordwestschweiz, bin ich zurzeit Dozent für Jazzgeschichte unter Einbezug der aktuellen Musikformen und arbeite an verrschiedenen Dokumentationsprojekten.
Der Jazz ist sowohl Erbe als auch Aktualität. Er wurde immer schon verstanden als Musik, die Menschen seit über einem Jahrhundert grenzüberschreitend verrbindet. Die heutige Tendenz in unserer westlichen Welt, mit kurzfristigen Managementkonzepten ihr Heil zu suchen, führt zu einem generellen Gedächtnisverlust. Ich stelle täglich fest, dass das Bewusstsein für die Musikkformen, die uns interessieren, für viele Leute nur bruchstückhaft ist und grosse Lücken aufweist. Daher ist es eine ganz besondere Herausforderung, ein offenes Archiv für Jazz und verwandte Musik in der Schweiz weiter zu entwickeln. Ich freue mich, im SwissJazzOrama meinen Beitrag zu leisten!"

